Eselsohren

Mit sogenannten Eselsohren markierte man früher bestimmte Buchseiten, um sie rasch wiederfinden zu können. Natürlich galt das als unsittliches Betragen, sofern das Buch, das man durch Umknicken der (in der Regel) oberen Ecke einzelner Seiten verunstaltete, nicht das eigene war. Ich sage früher und schreibe im Präteritum, weil die Ära des auf Papier gedruckten Buchs, und damit auch die der Eselsohren, möglicherweise zu Ende geht. Die Zahl derer, die Bücher nur noch vom Hörensagen kennen und beim Ausdruck Eselsohr an einen Esel denken, wird zunehmen.

Auch diese Webseiten kann man zwar mit einem Lesezeichen versehen, aber nicht mit einem Eselsohr markieren. Gleichwohl kommt mir der Ausdruck im Kontext Ohr natürlich gelegen, um einen Bereich zu titulieren, in dem es um das Ohr in der Literatur geht, wobei unter Literatur alles verstanden wird, was man in maximaler Unverbindlichkeit auch als publizierten Text bezeichnen könnte. Die Titel der Seiten des Untermenüs geben weitere Hinweise auf die Herkunft des Zusammengetragenen.